Autor Markus Schulz
07-11-2009

Kategorie:
Popular


Die stillende Mutter und das Licht Gottes

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In der christlichen Bildtradition wird der erlösende göttliche Geist über Motive vermittelt, die Energie und Kraft verkörpern.Ein Symbol ist etwa das Licht, dessen Strahlkraft überirdische, geistige Energie zum Ausdruck bringt. Die Architektur gotischer Kathedralen gründet auf dieser Lichtmetaphorik, da die Gläubigen die Präsenz des Heiligen Geistes über das großzügig einfallende Licht unmittelbar spüren sollten. Tragend ist dabei die Überzeugung, dass die göttliche Kraft unerschöpflich ist und ihre Energie kontinuierlich transformiert und weitergibt.

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In alt- und neutestamentarischen Erzählungen zeugen weitere Symbole und Handlungen von der göttlichen Kraft. So ist die Sendung von Gottes Geist das Thema des Erlösungsmysteriums, das mit der unbefleckten Empfängnis Mariens beginnt, sich mit der Geburt des Kindes fortsetzt und schließlich in der Auferstehung Christi gipfelt. Dabei legt der Moment der Menschwerdung, der Moment der Geburt Christi ein besonderes Zeugnis von der göttlichen Schöpfungskraft ab.

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Für diesen Moment stehen Darstellungen von Maria mit dem Jesuskind.

Innerhalb der Bildtradition dieser Mutter-Kind-Gruppen verweist das Motiv der stillenden Maria, der Maria lactans, mit besonderer Prägnanz auf den energetischen Kreislauf, von dem die biblischen Geschichten erzählen. Bei diesem Motiv, das in der westlichen Kunst verstärkt ab 1300 auftritt, reicht Maria fürsorglich ihre entblößte Brust, der sich das Kind verlangend nähert. Einerseits sorgt sie damit für das körperliche Wohl und Wachstum des Kindes. Andererseits enthält diese Szene eine spirituelle Dimension, indem über die nährende Speise Gottes Geist und Kraft weitergereicht wird. Damit steht die Szene des Stillens in Parallele zum Abendmahl. Denn auch Christus erklärt seinen Leib, den einst Maria mit ihrer Milch nährte, zur Speise, über die alltäglich Gottes Geist aufzunehmen ist. Wie die Hostie und der Wein steht auch die Milch für die Spende göttlichen Segens und für die geistige Elevation.

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Die Gabe der Milch ist daher eng mit dem Gedanken der Erlösung und der Auferstehung verbunden. Deshalb beschränkt sich das Motiv der stillenden Frau nicht auf Maria, sondern es steht allgemein für die nährende Mutter Kirche, deren stillende Brust ein Symbol für die göttliche Kraft und Energie ist. So erhält die intime Szene des Stillens in der christlichen Bildtradition einen ähnlichen Symbolwert wie das Erscheinen des Lichts. Beide zeugen von einer göttlichen Energie, die sich transformiert und deren Geist die Menschheit von ihren Sünden erlöst, so dass ein Neuanfang möglich wird.

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Comments

  • Roel, 16-11-2009

    Sehr gut!

  • Hilton de la Hunt, 16-11-2009

    Hi Markus
    the website relaunch is excellent.
    Good luck

  • Wocko Nirsta, 03-02-2011

    Danke, endlich habe ich dies gerafft ;-)

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